Infos für Eltern, Pädagogen & Praktiker

Liebe Eltern, Pädagogen und Praktiker,

    Kulturelle Praxis
    Mal rein schnuppern?
    Forschungs-Hintergrund (Studien)

    „Das Drama des modernen Kindes“ Buchtitel 2003, Wolfgang Bergmann

immer mehr Eindrücke, Wissen und Kompetenzen werden an unsere Kinder herangetragen, – ohne dass die Grundlagen des Lernens/Aneignens in der Schule vermittelt werden. Ihre Kinder und auch Sie müssen mit dieser Situation umgehen. Gerade in den ersten Lebensjahren sammeln Kinder wichtige Erfahrungen, die die Grundlagen für eine optimale Entwicklung eines Kindes in seinem weiteren Leben bilden.

Da wir in unseren Studien Antworten auf die Frage nach den besonderen Zuständen des Gehirns suchen, beschäftigen wir uns mit entwicklungspsychologischen, neuro-biologischen und vor allem naturwissenschaftlichen Zusammenhängen. Lernen verändert sich mit dem Älterwerden. So wie Lernen im Kita-Alter überwiegend beiläufig geschieht, eben natürlich, verändert es sich mit dem Eintritt in die Schule zu einem immer stärker bewusst gesteuerten Prozess bestimmter gestufter Inhalte. Dem natürlichen Lernen liegt eine intrinsische Motivation zu Grunde, im schulischen Lernen braucht es irgendwann äußere Motivation, um Lernen zu wollen. Hinzu können Aufgeregtheit und sozialer Stress in eine Lerngruppe kommen. Es entstehen Angst, ein Glaube an eine geringe Selbstwirksamkeit und mangelnde Kontrollüberzeugungen. Unsere sogenannte “Leistungsgesellschaft” ist eine Druck-Gesellschaft, in der ein Leistungs- und Erfolgszwang auf Kinder übertragen werden. Der Zustand des Lernens als Kleinkinder beruht eher auf Sog als auf Druck, den Sog der Neugier.

Aber! Kinder sind ihre eigenen Experten. Sie besitzen und entwickeln individuelle Strategien (siehe Pre1 W:U:R:M), um auf ihre Weise gut zu lernen, nur sind sie sich darüber nicht immer “bewusst”, bzw. nutzen diese Strategien zu selten. Auf politischer Ebene, und auch in der pädagogischen Praxis, wird seit einigen Jahren viel getan, um die Pisa-Peinlichkeit irgendwie zu dämpfen und mit kurzlebigen Programmen weg zu argumentieren. Doch es hilft bei aller frühen Förderung, Bildungspaketen und Lernsoftware oder Lernprozessbegleitung dem Kind nicht, herauszufinden, wie es für sich optimal lernt, wenn sich die Inhalte an Plänen/Programmen orientieren und nur gestuft in Häppchen abrufen soll. Das gibt dem Kind kein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Was hat das mit unserem Gehirn zu tun? Wir Menschen lernen nun mal das meiste als Kleinkind. In diesem Alter geht das Gelernte vor allem ins Unbewusste. Vielleicht kennen Sie den versonnenen Zustand von Kindern, wenn sie “vor sich hin” etwas tun, und dabei zu neuen Einsichten/Erkenntnissen kommen. Dieser selbstvergessene Zustand ist ein idealer Zustand in dem sich besonders intensiv Erkenntnisse/Inhalte im Langzeitgedächtnis verankern. Wir wissen bereits, das Kinder nicht nur in diesem selbstvergessenen Zustand besonders gut Lernen, sondern, dass der Arbeitsvorgang im Gehirn auf anderen Frequenzen verläuft, als bei uns Erwachsenen. Diesen Zustand, genannt Theta-Zustand, erreichen wir Erwachsenen nur mit viel Training in Techniken zur Entspannung.

Wir wollen nun mehr über diesen Zustand herausfinden, zu dem bisher wenig bekannt ist. Wir vermuten darin ein Potential besser lernen zu können, weil es ein Lernen losgelöst von einem Druck ist, ein natürliches, entspanntes Lernen (bzw. ist das Gehirn dabei in einer entspannten Konzentration).

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